Es gibt Geschichten, die darf man als Hochzeitsfotograf gleich zweimal begleiten und genau das ist das größte Kompliment für meine Arbeit. Kati und Pascal haben sich das Ja-Wort nicht nur einmal,
sondern gleich zweimal gegeben. Und Schloss Raesfeld sollte die Kulisse für beide Hochzeiten werden.
Für mich als Fotograf bedeutete das eine absolut spannende Aufgabe: Wie erfindet man eine Location beim zweiten Mal völlig neu, ohne dass sich Motive oder Bildideen ständig wiederholen?
Teil 1: Spätsommerglück und emotionales Grün bei der standesamlichen Trauung
Am 29. September 2025 war es so weit: Der erste große Tag für Kati und Pascal begann dem Paarshooting am Schloss Raesfeld bevor es dann zur standesamtlichen Trauung ins Rathaus der Gemeinde
Raesfeld ging. Der September zeigte sich von seiner besten Seite: angenehm warme Temperaturen, eine herrlich grüne, lebendige Landschaft und ein weiches, leicht bewölktes Licht, das wie ein
natürlicher Weichzeichner wirkte.
Um den Fotos einen ganz eigenen, intimen Charakter zu geben, habe ich die Natur aktiv in die Bildgestaltung einbezogen. Eine prachtvolle Weide am Schloss diente mir als sogenannter „Störer“ im Vordergrund. Durch die grünen Blätter hindurch fotografiert, fingen wir ganz ungestörte Momente der beiden ein.
Natürlich durften auch die Schlossteiche nicht fehlen. Bei diesem ersten Shooting nutzten wir die Wasserspiegelung so, dass das historische Schloss majestätisch im Hintergrund thronte, während sich die satten Farben des Spätsommers im Wasser spiegelten.
Teil 2: Kirchliches Ja-Wort in Dingden und die kreative Challenge im März
Fast genau ein halbes Jahr später, am 28. März 2026 läuteten die Glocken zur kirchlichen Hochzeit in der St. Pankratius Kirche in Dingden. Ein emotionaler Gottesdienst, der den Startschuss für
den zweiten Teil ihrer Hochzeitsgeschichte markierte.
Doch vorher hieß es: Auf zum Schloss Raesfeld! Wo im September noch sattes Grün und milde Luft herrschten, erwartete uns nun der März mit kühlen Temperaturen, einer kargen, noch blattlosen Natur
und dunklen, dramatisch durchziehenden Wolken.
Es war leicht regnerisch, aber wir hatten das absolute Glück, eine fast perfekte Trockenphase zu erwischen. Und genau hier schlug die Stunde der Kreativität: Kein Spot sollte doppelt besetzt
werden. Da der Wind im März frisch pfiff, nutzten wir den historischen Durchgang an der Vorburg. Er bot nicht nur optimalen Schutz vor Wind und leichtem Nieselregen, sondern lieferte auch einen
genialen, architektonischen Rahmen für das Paar.
Auch diesmal kamen die Schlossteiche zum Einsatz. Doch statt des Schlosses im Hintergrund fingen wir im März die karge, fast mystische Landschaft und den Wald in der Spiegelung ein. Selbe
Technik, komplett andere Bildwirkung!
Ein absolutes Highlight im März war das Brautkleid mit seinem wunderschönen Schleier. Um diesen so richtig in Szene zu setzen, kam diesmal das Weitwinkelobjektiv zum Einsatz. Die weite
Perspektive verlieh den Bildern eine unglaubliche Dynamik und Eleganz.
Das große Finale: Wenn der März ein goldenes Geschenk macht
Manchmal belohnt das Wetter Mut und Geduld. Als der frühe Abend hereinbrach riss der wolkenverhangene Märzschimmel plötzlich auf. Die tiefstehende Sonne kämpfte sich durch und schenkte uns ein
fantastisches, goldenes Gegenlicht. Diese letzten, unerwarteten Minuten nutzten wir für ein paar unglaublich warme Aufnahmen.
Die Party des Jahres
Direkt im Anschluss an das Shooting im Abendlicht ging es über zur Party auf der Tanzfläche. Die kühlen Temperaturen waren vergessen, als Kati und Pascal und ihre Gäste die Nacht zum Tag machten.
Ungestellte Momentaufnahmen voller Energie runden diese Reportage perfekt ab.
Mein Fazit als Fotograf
Kati und Pascal haben mir gezeigt, wie viel Vertrauen ein Paar in seinen Fotografen setzen kann. Zweimal dieselbe Location zu wählen und am Ende zwei völlig unterschiedliche, einzigartige Alben
in den Händen zu halten – das funktioniert nur, wenn man sich auf die Jahreszeiten einlässt und die Natur so nimmt, wie sie kommt.





























