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Supermond über Schloss Raesfeld

In den Medien war zu lesen, dass es am 8 April 2020 wieder einen Supermond* geben sollte. Diesen wollte ich fotografieren, wenn er genau über der Turmspitze von Schloss Raesfeld steht. Das setzt natürlich etwas Planung voraus. Aber mit Hilfe spezieller Apps lässt sich die Bahn des Mondes relativ leicht visualisieren. Und nach meiner App sollte der Mond gegen 22:45 Uhr über der Turmspitze stehen.

 

*Der Astrologe Richard Nolle prägte den Begriff Supermond. Nach seiner Definition nähert sich der Vollmond dabei seinem erdnächsten Punkt.


So fuhr ich schon gegen 20:00 Uhr zum Schloss, um noch einige Fotos zur blauen Stunde zu machen. Nicht, dass ich schon genug davon hätte, aber es ist immer wieder ein schönes Motiv.

Bis der Mond über der Turmspitze stehen würde, war also noch reichlich Zeit. Also plazierte ich meine Kamera auf dem Stativ und warte auf die entsprechnde Abendstimmung. Diese Zeit habe ich gebutzt um ein bisschen mit den Verschlusszeiten zu experimentieren. Dabei sind dann natürlich unzählige Fotos entstanden. Alle mit dem gleichen Motiv.

Es ist schon spannend dort am Schlossteich zu sitzen und mal nicht die Enten, Gänse, Reiher oder Nutrias zu beobachten, sondern die Fledermäuse. Mit Einbruch der Dämmerung gehen diese auf Jagt. Ich bin zwar kein Fledermaus Fachmann, aber ich konnte zwei verschiedene Arten erkennen. Kleine und Große ;-). Da es in NRW 19 Arten von Fledermäusen geben soll, von denen aber nur die Zwergfledermaus nicht auf der roten Liste steht, gehe ich davon aus, dass es sich bei den kleinen Fledermäusen, um die Zwergfledermäuse handelte. Die großen Fledermäuse müssen daher selten sein, diese stehen ja auf der roten Liste.

Kurz nach 21:00 Uhr war‘s dann mit der blauen Stunde vorbei und die Nacht zog auf. Bis der Mond über der Turmspitze stehen würde dauerte noch. Also packte ich meine Ausrüstung, schwang mich aufs Rad und suchte ein passendes Motiv mit dem niedrig stehenden Mond. Richtung Erle wurde ich fündig.

Der Mond hoch über dem Kirchturm von St. Silvester stehend, darunter die Landwirte noch immer bei der Arbeit. Damit ich aber den Mond hinter dem Kirchturm ablichten konnte, fuhr ich noch näher an Erle heran.

Die Problematik bei Bildern wie diesen ist: Soll die Oberfläche des Mondes gut zu erkennen sein, ist alles drum herum sehr dunkel. Ist aber die Umgebung ausreichend hell dargestellt, wirkt der Mond fast so hell wie eine Sonne. Strukturen auf dem Mond sind nicht mehr zu erkennen. Die Bilder oben sind der Versuchs eines Mittelwegs, Strukturen des Mondes aber auch die Umgebung sind erkennbar.

Gegen 22:00 Uhr ging es dann zurück zum Schloss Raesfeld. Nach meiner App sollte der Mond ja gegen 22:45 Uhr über dem Schlossturm stehen. Da ich rechtzeitig vor Ort war, konnte ich nun endlich die gewünschten Bilder machen. Das war um 22:30 Uhr. Ich muss mich mit den Apps wohl noch etwas genauer befassen :-).

Das Bild oben ist die Kombination aus zwei Bildern. Bild 1, Schloss Raesfeld mit entsprechend langer Belichtungszit und Bild 2, der Mond mit entsprechend kurzer Belichtungszeit.